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Die Wahl der Bestattungsart

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Bestattungsarten: der Erd-, der Feuer- und der Seebestattung. Bei der Wahl der Bestattungsart spielen die persönliche Überzeugung, die Religion sowie die Lebenseinstellung neben finanziellen Erwägungen eine entscheidende Rolle.

Auf welche Art ein Mensch bestattet wird, hängt idealerweise von seinen persönlichen Vorstellungen ab. Wurde jedoch zu Lebzeiten keine entsprechende Entscheidung getroffen – z. B. im Rahmen der [Bestattungsvorsorge] –, so liegt es bei den Angehörigen, die Bestattungsform im Sinne des Verstorbenen zu wählen. Dabei kommen neben der klassischen Erd- oder Feuerbestattung auch einige besondere Bestattungsarten infrage. Bevor Sie Ihre Wahl treffen – ob als Angehöriger oder als Vorsorgender –, machen Sie sich bitte auch Gedanken über die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Hinterbliebenen. Hier spielt es beispielsweise eine wichtige Rolle, ob diese einen festen Ort des Gedenkens brauchen, um mit ihrer Trauer umgehen zu können. Und auch die Grabpflege benötigt eine liebevolle Hand und Zeit, was nicht immer gegeben ist. Daher gibt es kein pauschales Gut oder Schlecht bei der Wahl der Bestattungsform, die beste Entscheidung ist immer individuell verschieden.

Hier ein Überblick über Ihre Möglichkeiten:

Erdbestattung

Bei dieser klassischen Form der Bestattung wird der Verstorbene im Sarg der Erde übergeben. Die Trauerfeier findet direkt vor der Beisetzung auf dem Friedhof oder z. B. in einer Kirche statt.
Es kommen verschiedene Grabarten infrage.

Feuerbestattung

Hier wird der Verstorbene im Sarg eingeäschert. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die Trauerfeier mit dem Sarg erfolgt vor der Kremierung. Die Urnenbeisetzung wird später (eventuell im kleinen Familienkreis) durchgeführt.
  • Die Trauerfeier findet nach der Kremation an der Urne statt. Anschließend erfolgt sofort die Urnenbeisetzung.
    Vorteil: Nur ein Termin und alle Anwesenden begleiten direkt die Beisetzung.

Neben der Beisetzung auf dem Friedhof ist die Feuerbestattung auch eine wichtige Voraussetzung für alle weiteren beschriebenen modernen Bestattungsformen.

Baumbestattung

Die Urne wird direkt am Fuße eines Baumes beigesetzt – dem Symbol für Leben und Erneuerung. Eine Pflege des Grabes ist nicht notwendig, da die natürliche Umgebung beibehalten wird.

Die Baumbestattung ist möglich im sogenannten FriedWald, in einem Naturbegräbniswald oder in extra dafür angelegten Bereichen auf vielen Friedhöfen.

Almwiesenbestattung

In der herrlichen Natur der Walliser Alpen (Schweiz) besteht die Möglichkeit, die letzte Ruhe in der „Oase der Ewigkeit“ zu finden. Die Asche kann hier auf der Almwiese direkt im Wurzelbereich eines Baumes oder an einem Felsen beigesetzt werden.

Seebestattung

Die Asche des Verstorbenen wird in einer wasserlöslichen Urne dem Meer übergeben. Eine Abschiedsrede des Kapitäns ehrt den Verstorbenen. Diese besondere Zeremonie kann mit oder ohne Begleitung der Angehörigen stattfinden. Im Anschluss bekommen die Hinterbliebenen eine Seekarte mit den Koordinaten der Bestattung.

Für die Seebestattung ist der ausdrückliche Wille des Verstorbenen notwendig.

Flussbestattung

Die Bestattung ist auch auf Binnengewässern wie einem See oder einem Fluss möglich. So kann die Asche des Verstorbenen beispielsweise in einen Gebirgsbach in der Schweiz eingestreut werden, von wo aus sie möglicherweise ihren Weg bis zum Mittelmeer findet.

Für die Flussbestattung ist der ausdrückliche Wille des Verstorbenen notwendig.

Luftbestattung

In einer besonderen Zeremonie wird die Asche des Verstorbenen aus großer Höhe verstreut. Das kann aus einem Heißluftballon über einem großen Waldgebiet in Frankreich geschehen oder aber auch aus einem Helikopter heraus über der Sierra Nevada in Spanien oder von einem Flugzeug aus über dem Meer.

Für die Luftbestattung wird der ausdrückliche Wille des Verstorbenen benötigt.

Weltraumbestattung

Ebenfalls nur auf ausdrücklichen Willen des Verstorbenen.

Ein Teil der Asche (etwa sieben Gramm) wird in eine Aschenkapsel gefüllt und mit einer Rakete in den Weltraum geschickt. Dort kreist sie zwischen zwei und zehn Jahren lang, bis sie schließlich in der Erdatmosphäre verglüht.

Die übrige Asche wird im Zuge einer anderen gewünschten Bestattungsform beigesetzt.

Sphärenbestattung

Hier wird die Asche des Verstorbenen mittels eines Ballons bis in die äußeren Schichten der Stratosphäre befördert. Dort öffnet sich die Urne und die Asche verteilt sich in der Weite des Raums. Nach einiger Zeit kehrt sie mit den Winden und dem Regen zur Erde zurück und der Kreis schließt sich.

Der Ballonstart kann von einer festlichen Zeremonie im Kreis der Angehörigen begleitet werden. Ebenso sind Luftaufnahmen des Urnenaufstiegs möglich.